Donnerstag, 12. Februar 2009

Elastische Rechen Wolke...

Man nennt den neuen Dienst von Amazon auch Elastic Compute Cloud (EC2). Der Name lässt es vermuten: Cloud-Computing ist keine Zukunftsspinnerei mehr - Es ist Realität! Ich habe mir mal den Spaß gemacht und mich unter https://console.aws.amazon.com/ angemeldet. Nachdem ich meine Kreditkarten-Daten hinterlegt hatte, durfte ich dann auch gleich eine sogenannte Instance (virtuelle Maschine) aus einem Image (Template) erzeugen. Das sogenannte EC2 Dashboard, das man für solche Aktionen verwendet, ist sehr aufgeräumt und selbsterklärend.
Verfügbare Images sind w2k3 DataCenter Edition (in 32 oder 64bit mit oder ohne SQL2005), Fedora Core und andere Linux-Derivate. Also ich mir gleich eine Windows-VM erzeugen lassen. Dabei musste ich dann noch entscheiden, ob ich big oder small haben möchte. Nachdem meine small-Variante fertig provisioniert war (dauerte ca. 5 min), musste ich mir erstmal mein Admin-Kennwort entschlüsseln lassen (über eine WebApp).Und dann konnte ich mich auch schon mit meiner geliebten mstsc.exe mit dem öffentlichen Hostnamen (ec2-174-129-106-133.compute-1.amazonaws.com) meiner gerade erzeugten VM verbinden. Was tut ein echter Virtualisierungs-Spezialist zuerst? Na klar, er stellt erst einmal die Rahmendaten seiner VM fest...
...und was sieht das geübte Auge? Wir haben es hier mit einer Xen-VM auf einem RedHat-Host zu tun - Wäre jetzt nicht meine erste Wahl gewesen aber man will ja nich meckern ;-)
Ein Blick in die installierte Software offenbart dann noch folgendes:
Na gut, wir haben also eine recht nackige Windows-Maschine. Jetzt wollen wir doch mal schauen, was die virtuelle Hardware so hergibt: Ein Blick in den Gerätemanager verrät, dass wir 1,6GB RAM und eine kleine 2,6 GHz Opteron CPU haben. Weiterhin haben wir eine Systemplatte mit 10GB und eine Datenplatte mit 150GB - das ist ordentlich! Hmm...
...IOMeter! Tja was soll ich sagen? Ich war verblüfft - habe auf die schnelle 32k-seq gelesen und geschrieben und bin jeweils auf 54-57 MB/s gekommen. Das ist ein echt ordentlicher Wert bei so einem Service, der eindeutig auf Masse ausgelegt ist. (Habe jetzt für zwei Stunden Spielerei sage und schreibe $0,32 Kosten auf meinem Account stehen...)
Ach so, dass die Internet-Anbindung der Maschine fantastisch ist, konntet ihr Euch bestimmt schon denken :)

Was aber noch viel cooler ist, sind die zusätzlichen Features, die man sich buchen kann:
  • EBS Volumes - Das sind Festplatten, die von VMs unabhängig sind. D.h. man kann diese dann an mehreren VMs benutzen. (EBS steht für Elastic Block Store)
  • Elastic IPs - Das sind öffentliche IP-Adressen, die man auch auf eine der VMs hängen und später auch verschieben kann. (IP steht für Internet Protocol ;-))
Mein Fazit: Cloud Computing ist keine Spinnerei mehr. Für kleine Unternehmen, wird diese Art der Datenhaltung in Zukunft das Optimum darstellen. Aktuell kann ich aber noch keinem deutschen Unternehmen raten auf eine solche Plattform etwas anderes als eine DEMO-Umgebung abzulegen. Erstens ist dieser Service offiziell noch in der Beta-Phase und zweitens liegen die Daten in einem amerikanischen RZ! D.h. jegliche Daten, die auf die Systeme gebracht werden, wandern auch erstmal fleißig um die halbe Welt durchs Internet. Kann man zwar alles ordentlich verschlüsseln aber wie gesagt, die Daten liegen nicht auf ihrem eigenem Storage...!

1 Kommentar(e):

  1. Das geniale dabei ist, dass es auch ein fertiges XenApp Image bei EC2 gibt. Einfach beim Erstellen einer neuen Insatz mal unter Community AMIs nach Citrix XenApp suchen. Ist eine fertig konfigurierte XenApp 5.0 auf 2003 Instanz mit WI und und und.

    Mehr Infos dazu im Citrix Blog: http://community.citrix.com/pages/viewpage.action?pageId=58196960

    Fun fact: Amazons EC2 ist wohl die größte auf Xen-basierte Installation - hab ich gehört. ;)

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